Besuch des Babykörbchens
Gestern durften wir einen tief bewegenden Einblick in die Arbeit rund um das Babykörbchen am Friederikenstift und vom Notruf Mirjam gewinnen. Judith Rohde, die Koordinatorin des Notrufs Mirjam, hat uns eindrücklich und sehr einfühlsam von ihrer Arbeit erzählt.
Frau Rohde erklärte uns, dass viele der betroffenen Frauen allein sind, kein unterstützendes soziales Umfeld haben oder in Situationen leben, in denen ihnen signalisiert wird, dass eine Schwangerschaft nicht akzeptabel ist. In dieser extremen Lage bringen sie ihr Kind oft unter größten Risiken allein und unbemerkt zur Welt – das Babykörbchen ist in diesen Momenten die letzte Rettung.
Umso berührender war es zu erleben, mit wie viel Sorgfalt, Einfühlungsvermögen und Respekt Frau Rohde und ihr Team dieses Thema begleiten. Schon bei der Auswahl des Standortes wird darauf geachtet, dass das Babykörbchen eine geschützte, intime Atmosphäre bietet. Einen Ort, an dem Mütter unbeobachtet innehalten, einen Moment für sich haben und Abschied nehmen können.
Frau Rohde berichtete, dass seit 2001, dem Bestehen des Babykörbchens, 27 Kinder abgegeben worden sind. Nicht jeder dieser Momente bedeutete einen endgültigen Abschied: In einigen Fällen kamen Mütter später zurück und nahmen ihr Kind wieder zu sich, nachdem sie Abstand zur Situation gewinnen konnten. Alle anderen Kinder fanden ein liebevolles neues Zuhause – bei Eltern, für die sich ein lang ersehnter Kinderwunsch erfüllte.
Ein schweres Thema. Und gleichzeitig eines, das zeigt, wie wichtig Menschlichkeit, Verständnis und sichere Angebote in absoluten Ausnahmesituationen sind.
Vielen Dank an Frau Rohde des Notrufs Mirjam für die Möglichkeit, mehr über dieses Thema zu erfahren!